1. Gitarrenworkshop

Irgendwann kam Izzy auf die Idee, dass es ziemlich blöd ist, wenn jeder für sich allein übt und dass es doch möglich sein müsste, voneinander zu lernen. Denn jeder, der Gitarre spielt, kann etwas besser, was der Andere lernen kann oder umgekehrt. Gerade auf dem Land sind die Wege lang und Gitarrenlehrer in der Stadt oft teuer.

Ein Jazzgitarrist aus Berlin machte öfters bei Izzy Zwischenstopp auf dem Weg nach Südfrankreich. Der Jazzer besuchte dort für viel Geld einmal jährlich einen Jazzgitarren - Workshop.

Bei einem Treffen mit Werz wurde der Beschluss gefasst, so etwas für Gitarristen unterschiedlicher Musikrichtungen, aber - und das war uns wichtig- kostenfrei ins Leben zu rufen. Es sollte also kein Musikverein mit starren Strukturen geschaffen werden, sondern die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich Musiker ohne Zwänge ein- bis zweimal jährlich zum Üben treffen. Die Musiker sollten angehalten sein, sich selbst in das Projekt mit einzubringen.

Große Unterstützung fand Izzy bei Heiko, einem befreundeten Grunch - Gitarristen, der mit ihm den ersten Workshop organisierte. Nachdem im Amtsblatt im Frühjahr für das Projekt geworben wurde, fanden sich im September 2012 fünf Gitarristen zum Workshop zusammen. Unterstützt wurden wir dabei besonders von der örtlichen Kirchgemeinde, die uns den Gemeinderaum zum Üben zur Verfügung stellte. Im Gegenzug, so der Plan soll zukünftig das eine oder andere Benefizkonzert für die Kirchen veranstaltet werden. Denn auch das ist Kultur. Wenn wir als Musiker dazu beitragen können, eine Glocke oder eine alte Orgel zu retten, so sollten wir das tun.

Acht Stunden wurde sehr intensiv geübt, wir fingen an mit Grundakkorden und einfachen Barrees. Damit aber auch die Landbevölkerung was davon hat, trafen wir uns am Abend zur Jam - Session in der örtlichen Kneipe. Wir spielten natürlich unplugged und "for free" Alle hatten Spaß.

Izzy denkt, dass solche kulturfördernden Aktionen wichtig sind, gerade auf dem Land. Denn nur so kann man der schleichenden Urbanisierung entgegenwirken. Man muss aber selbst die Initiative ergreifen, bevor es zu spät ist. Wenn man sich wohl fühlt in seiner Umgebung, auch durch  kulturelle Angebote, kann das durchaus ein Weg sein, die Stadtflucht einzudämmen.
 

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